03.03.2011 10:25 Uhr

Krisenherde der Welt: Es werden immer mehr

Krisenherde der Welt

Krisenherde auf der Welt: Es werden einfach nicht weniger. Im Gegenteil. Und das Schlimmste: Es kann auch Sie treffen, Sie ganz persönlich.


Die Unruhe an den Aktienmärkten nimmt weiter zu. Ein Grund: Die Krisenherde der Welt.

Nicht nur die Krise in Libyen sorgt für eine größere Verunsicherung. Auch die Probleme in den großen Volkswirtschaften nehmen weiter zu.

Während die westlichen Industriestaaten eher deflationäre Tendenzen aufweisen, steigt in China die Inflationsrate immer weiter an.

Daraus könnte sich schon bald sozialer Sprengstoff ergeben: zwar sparen die Chinesen extrem viel, aber bei der immer stärker steigenden Inflation verlieren die Ersparnisse zusehends an Wert.

Da muss von Seiten der chinesischen Regierung etwas passieren. Wie nervös die offiziellen Stellen in China sind, wurde am vergangenen Wochenende deutlich.

Am Sonntag wurden viele Menschen auf offener Strasse einfach festgenommen, weil sie vielleicht zu einer Demonstration gehörten.

Da die Verabredung zu solchen Veranstaltungen im ganzen Land über das Internet erfolgte, war nicht klar, ob es sich um Demonstranten oder nur Spaziergänger handelte.

Immerhin landeten auch zwei deutsche Kamerateams in Polizeigewahrsam.

Die an immer mehr Stellen aufflammenden Unruhen sind ein klares Signal für eine Zeit des Wandels. Aber nicht überall geht der Wandel so friedlich über die Bühne wie in Ägypten.

In Libyen wird Revolutionsführer Gaddafi nach eigenen Worten bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau kämpfen.

Das Land steht vor einem blutigen Krieg oder ist sogar schon mittendrin. Unabhängige Informationen aus Libyen sind kaum zu bekommen.

Doch die dortige Krise treibt den Ölpreis immer weiter. Und wenn die Situation weiter eskaliert, dann sind weitere immense Sprünge zu erwarten.

Sollte beispielsweise die Protestwelle Saudi-Arabien erreichen – den mit Abstand wichtigsten Ölproduzenten der Welt - kann es beim Ölpreis sehr schnell auf 200 Dollar oder mehr nach oben gehen.

Noch hat die Herrscherfamilie die Lage in dem Land wohl im Griff. Das liegt auch an milliardenschweren Steuergeschenken an die Bevölkerung.

Aber wenn sich der Volkszorn der sehr jungen Bevölkerung in Saudi Arabien nicht mehr durch Zuwendungen dämpfen lässt, stehen auch dem König von Saudi Arabien und seiner riesigen Familie unruhige Zeiten bevor.

Und das hätte weiter massive Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Krisenherde der Welt sind also keinesfalls fern.

Im Gegenteil: Sie sind immer schon ganz nah bei jedem einzelnen Anleger.

 
 
 
19.01.2011 14:56 Uhr

Warum der Goldpreis kein Inflationsindikator ist

Der Goldpreis steigt immer weiter an, doch ist das auch ein Zeichen für eine steigende Inflation? Gold, Inflation und die Folgen für Europa.


Häufig wird heute auch der steigende Goldpreis als scheinbarer Beweis für eine Inflation herangezogen, denn von vielen Menschen wird gerne auch der gestiegene Goldpreis für die Behauptung aufgeführt, dass eine Inflation vorherrschen soll.

Leider wird hier meist nur der Zeitraum von wenigen Jahren herangezogen und es wird verschwiegen, dass Gold überhaupt erst seit 10 Jahren im Preis steigt und davor 20 Jahre nur gefallen ist und das völlig unabhängig von der Inflation.

Goldpreis hat nichts mit Inflation zu tun

Verschiedene Studien haben ergeben, dass es zwischen dem Goldpreis und der Inflation keinerlei Zusammenhang gibt.

Es war sogar so, dass in Zeiten hoher Inflationsraten, wie bspw. zur Deutschen Einheit, der Goldpreis weiter gefallen ist, sich also entgegen der Inflationsrate entwickelt hat.

Die heute vertretene Behauptung, der Goldpreis zeigt eine Inflation an, stimmt demnach nicht. Vielmehr ist Gold, nachdem die Goldbindung an das Geld gefallen ist, nur noch ein normales Metall, das auch den normalen Preisschwankungen unterworfen ist.

Der steigende Goldpreis ist heute eher ein Angstindikator und ein Gradmesser dafür, wie weit die irrationale Inflationspropaganda schon in die Masse vorgedrungen ist.

Gold: Inflation kommt von Angstmache

Nur durch die massive Propagierung von Gold zur scheinbaren „Krisenrettung“ wurde der Preis dafür in den letzten Jahren nach oben getrieben und das bei permanent fallender Inflationsrate.

Für die weitere Zukunft steht uns beim Gold noch ein böses Erwachen bevor. Denn wie wir noch sehen werden, handelt es sich hier auch nur wieder um eine Spekulationsblase.

Dazu trägt auch bei, dass immer mehr Goldexperten unerfahrenen Investoren empfehlen, den Goldanteil im Depot deutlich hochzufahren.

Von einigen Stellen sind hier Werte von bis zu 80% zu hören. Davor kann ich nur warnen. Als Beimischung gehört Gold jedoch in jedes Depot, wobei der Anteil die Marke von 15% nicht überschreiten sollte.

Inflation in Eurozone über EZB-Ziel

Im November hatte die jährliche Teuerungsrate für die Eurozone noch bei 1,9% gelegen. Die Teuerung ist jetzt wieder so hoch wie zuletzt im Oktober 2008, einen Monat nach der Lehman-Pleite.

Ökonomen hatten überwiegend mit einer Teuerungsrate von 2% gerechnet. Die EZB hat ihre Zielmarke als "nahe, aber unter 2%" definiert.

In welchen Ländern sich derzeit die Inflation besonders beschleunigt, geht aus der Pressemeldung vom Dienstag nicht hervor. Doch das kann man in der Meldung des Statistikamtes vom 20. November nachlesen:

Rumänien, Estland und Griechenland. Die größten Preistreiber sind demnach im Augenblick Verkehrsmittel, Energie, Alkohol und Tabak. Die Ölpreise sind allein von November auf Dezember um sieben Euro je Barrel gestiegen.

Folgen für die EZB

Die jüngste Inflationszahl bringt die EZB in eine knifflige Situation. Sie kann sich in den kommenden Monaten unter steigendem politischen Druck sehen, mit expandierenden Anleihekäufen die Wogen im Schuldendrama zu glätten.

Doch eine Beschleunigung des Preisauftriebs setzt ihr dabei wohl Grenzen. Die steigende Teuerungsrate liefert jenen Munition, die eine starke Ausweitung der Geldmenge wie in den USA vermeiden wollen.

Ökonomen sind jedoch zunächst nicht sonderlich alarmiert, was die EZB angeht. Denn ein Teil der Teuerung geht auf Steuererhöhungen in der Eurozone zurück.

Und die Arbeitsmärkte bleiben unter Druck, was den Konsum begrenzt und den Preisauftrieb von der Nachfrageseite nicht zusätzlich anheizt.

 
 
 
20.12.2010 06:50 Uhr

Jetzt neu: Der Euro-Crash – ein mögliches Szenario (Teil 2)

Liebe Leser, zu Beginn ein kurzer Hinweis zur Ausgabe vom vergangenen Freitag. Da hatten Sie eine Ausgabe des „Privatfinanz-Letter“ meines Kollegen Heiko Böhmer erhalten. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Heute folgt nun...


Liebe Leser,
zu Beginn ein kurzer Hinweis zur Ausgabe vom vergangenen Freitag. Da hatten Sie eine Ausgabe des „Privatfinanz-Letter“ meines Kollegen Heiko Böhmer erhalten. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Heute folgt nun der zweite Teil des Euro-Crash Szenarios:
Die Euro-Krise geht unvermindert weiter. So gab es nun eine erneute Rating-Abstufung für das Krisenland Irland. Daher stellt sich immer mehr die dringende Frage: Kommt es zum Euro-Crash? Am vergangenen Donnerstag hatte ich Ihnen den ersten Teil meines Szenarios zum Euro-Crash präsentiert, wie ich es in meinem Buch „Die Euro-Katastrophe“ schon vor mehr als einem Jahr veröffentlicht habe. Heute folgt nun der zweite Teil des Szenarios:
Die Krise eskaliert und es kommt zur Rückabwicklung des Euros. Auf diese Entwicklung war niemand vorbereitet und so kommt es nun zu hektischen Ereignissen. Die Bevölkerung stürmt die Banken und will sofort die neue Währung haben. Da jedoch die Geschäftsbanken weder auf das Ereignis vorbereitet, noch über einen Banknotenbestand der »Neuen D-Mark« verfügen, kann der Umtausch gar nicht vorgenommen werden.
Nun greift die Regierung zu Notmaßnahmen und legt fest, dass zehn Euro nur gegen eine »neue D-Mark« getauscht werden können. Da selbst dazu der Banknotenbestand fehlt, soll der Großteil des Geldes in Form einer Chipkarte als »virtuelle Währung« herausgegeben werden. Weil niemand eine Vorstellung von der Kaufkraft des neuen Geldes hat, passiert etwas Ähnliches wie schon zur Euro-Einführung im Jahr 2002: Unternehmen setzen willkürlich die Preise viel zu hoch an – und durch
den Kaufkraftverlust kommt es zu einer deutlichen Enteignung der Sparer. Auch die Chip-Währung erweist sich wenig später als fatal. Da nun beinahe der ganze Zahlungsverkehr bargeldlos erfolgt, geht die Anonymität des Bargeldes beinahe ganz verloren. Jede Transaktion ist nun überwachbar und wird gespeichert. Bald schon kommen kriminelle Kreise in Besitz der Daten und können damit anhand der feststellbaren Verhaltensprofile – es wird gespeichert, wer, wann, wo, zu welchem Preis was gekauft hat – Millionen Bürger mit sensiblen Daten erpressen.
Da der Euro-Zerfall die ohnehin schon wütende Wirtschaftskrise weiter beträchtlich verstärkt, wachsen schnell auch die Spannungen innerhalb Europas, bis hin zu militärischen Konflikten. Die Europäische Union reagiert auf diese Spannungen mit einem weiteren Abbau der Freiheit. Es werden Notstandsgesetze erlassen und »Europatruppen « in den Ländern eingesetzt, die den Auftrag haben, jeden Unmut mit Waffengewalt zu unterdrücken. Europa wird zu einer Diktatur, in der das Wort »Demokratie« nur noch eine Worthülse ist. So könnte das Ende des Euro-Projektes aussehen.
Wie gesagt: Hierbei handelt es sich um ein mögliches Szenario zum Euro-Crash. Doch warum der Euro von Anfang an eine Totgeburt war, zeigt seine Entstehungsgeschichte. Nicht umsonst sagte der ehemalige amerikanische Notenbankpräsident Greenspan: »Der Euro wird kommen, aber er wird keinen Bestand haben.«
Herzlichst Ihr
Günter Hannich

 
 
 
15.12.2010 15:40 Uhr

Die Deflation kennt nur Verlierer

Liebe Leser, vor allem aber die Schuldner sind von der Deflation betroffen: So wie in der Inflation der Realwert der Schulden geringer wird, der Schuldner muss immer weniger dafür real arbeiten nimmt der Schuldenwert in der...


Liebe Leser,
vor allem aber die Schuldner sind von der Deflation betroffen: So wie in der Inflation der Realwert der Schulden geringer wird, der Schuldner muss immer weniger dafür real arbeiten nimmt der Schuldenwert in der Deflation zu. Verdient ein Arbeiter bspw. vor der Deflation 20 Euro in der Stunde, dann sind es in der Deflation nur noch 10 Euro. Er muss also doppelt so viel arbeiten, um den Schuldendienst leisten zu können. Die Löhne gehen nämlich in einer Deflation nach unten, weil die Arbeitnehmer vor die Wahl gestellt werden, entweder arbeitslos zu werden, oder für geringere Löhne zu arbeiten.
Da das viele Schuldner nicht können, wird deren Kreditpfand (bspw. Immobilien) zwangsversteigert. Wenn dies in großem Umfang passiert, gehen die Preise für die Realgüter immer weiter nach unten. Diese fallenden Realgüterpreise führen dann zu weiteren Zwangsversteigerungen, weil weitere Schuldner verkaufen müssen, da die Immobilien nicht mehr den Gegenwert des Kredites abdecken.
Es lässt sich also festhalten: Während es in der Inflation Gewinner und Verlierer gibt, gibt es in der Deflation fast nur Verlierer. Ebenso gilt: Im Unterschied zur Inflation kommt es in der Deflation zur Massenarbeitslosigkeit und einem regelrechten Abwürgen der gesamten Wirtschaftstätigkeit. Die entstehende Massenarbeitslosigkeit und Armut zieht unmittelbar revolutionäre Strömungen nach sich sowie den Hang zu Radikalität und Gewalt. Da verwundert es nicht, dass bspw. die Nationalsozialisten 1923 in der Hyperinflation nicht die Macht erringen konnten, wohl aber in der Deflation von 1933.
Wie weit die politischen Unruhen in der aktuellen Euro-Krise schon wieder fortgeschritten sind, zeigt sich heute einmal mehr in Griechenland. Ein Generalstreik legt dort fast das komplette öffentliche Leben lahm. Das ist meiner Einschätzung nach aber nur ein erster Anfang. Was uns in dieser Hinsicht noch bevorsteht, dazu lesen Sie auch mehr in meinem neuen Buch „Die Deflation kommt“.
Herzlichst Ihr
Günter Hannich

 
 
 
05.11.2010 10:07 Uhr

Kommentar: Bargeld abschaffen - diese Drohung steht im Raum

Griechenland: Bargeld zum 1.1. eingeschränkt

Bargeld ist für eine funktionierende Volkswirtschaft lange nicht mehr so wichtig wie noch vor 10, 15 Jahren. Das wissen wir alle, die wir mit EC-Karten und Kreditkarten zahlen. Nur: Dem Bargeld droht theoretisch ganz das Aus. Das...


Griechenland macht es vor

Zum 1.1. etwa dürfen Sie in Griechenland privat nur noch 1.500 Euro pro Geschäft aufwenden. Unternehmer haben noch 3.000 Euro zur Verfügung. Immerhin: bald kann es für uns alle noch dusterer werden.

 
Denn: die Vorteile von Bargeld sind etwa Regierungen ein Dorn im Auge. Sie können nicht kontrollieren, was wie wo gekauft wird. Diese Kontrolle kann jenseits von Verschwörungstheorien ganz praktisch sein: etwa für die Marktforschung und die bessere Versorgung.

Schweden fährt politische Kampagnen

Genau darauf zielen auch Kampagnen in Schweden ab, die sich gegen Bargeld richten. Dort aber wird auch unverblümt der Kampf gegen den Terrorismus als Grund genannt. Womit wir wieder bei der Kontrolle wären.

Das Ganze hat aber einen weiteren Hintergrund: Bargeld lässt sich auch jenseits von Banken horten. In der Geldbörse, zu Hause. Da aber Banken und Staaten Guthaben für Kredite und damit zur Geldschöpfung verwenden, ist Bargeld schädlich.

GeVestor.de meint: wir würden eine solche Entwicklung nicht verhindern können. Aktuell jedoch empfehle ich gerade in Erinnerung an diese Drohung  (denken Sie an Griechenland zum 1.1.) auch einen banalen Einkaufsaspekt.

Kreditkarten erhöhen die Umsätze - und damit die Käufe - mal eben um 25% bis 30%. In aller Regel ohne dass das Leben schöner würde.

Wer sich für staatliche Maßnahmen in der Geldpolitik, mit Geldverboten und den Auswirkungen bis hin zum Crash interessiert, kann sich gerne von Günther Hannich beraten lassen. Er bietet Ihnen seinen "Crash-Investor" jetzt zum kostenfreien 30-Tage-Gratis-Test an.

 
 
 
21.10.2010 16:16 Uhr

Großbritannien: Sparpaket soll Staatsbankrott verhindern

Liebe Leser, derzeit sind die Nachrichten voll von Berichten über die massiven Proteste in Frankreich. Dort soll das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre steigen. Dieser Plan hat ausgereicht, viele Tausend Menschen auf die Straßen in...


Liebe Leser,
derzeit sind die Nachrichten voll von Berichten über die massiven Proteste in Frankreich. Dort soll das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre steigen. Dieser Plan hat ausgereicht, viele Tausend Menschen auf die Straßen in ganz Frankreich zu bringen. Öffentliche Proteste als Zeichen gegen unbeliebte Entscheidungen – Stuttgart 21 lässt grüßen.

So etwas könnte uns schon bald auch in Großbritannien erwarten. Dort hat gestern Premierminister David Cameron das härteste Sparpaket seit dem Ende des 2. Weltkriegs verkündet. Es geht sehr viel weiter als die anderen Sparprogramme in Europa. Und das nicht ohne Grund: Laut Schatzkanzler George Osborne hat Großbritannien im Frühjahr vor dem Bankrott gestanden. Mit einem aktuellen Haushaltsdefizit von annähernd 11% erreicht Großbritannien immer noch einen Spitzenwert innerhalb der EU.

Das Sparpaket mit einem Gesamtvolumen von fast 95 Mrd. Euro verteilt über 4 Haushaltsjahre soll das Defizit auf nur noch 1,5% senken. Dabei fallen die Maßnahmen deutlich drastischer aus, als sonst irgendwo in Europa: es gibt Stellenabbau bei der Polizei und der Armee. Diplomaten und Universitätsangestellte sollen weniger Geld erhalten. Selbst die Queen soll in den kommenden Jahren den Gürtel enger schnallen und der Haushalt wird um 14% gekürzt.

Die auf den ersten Blick harten Maßnahmen sind aber mittelfristig der einzige Weg, wie ein Land die massiven Schulden wieder in den Griff bekommen kann. Großbritannien ist somit ein Beispiel dafür, was uns in den nächsten Jahren noch in sehr vielen weiteren Ländern erwarten wird. Wird ein solcher gesellschaftlicher Umbau geräuschlos verlaufen? Das bezweifle ich doch sehr stark. Vielmehr sind auch häufigere öffentliche Proteste zu erwarten, denn wer gibt schon gerne die gewohnten Leistungen auf.
Herzlichst Ihr
Günter Hannich

 
 
 
09.09.2010 09:15 Uhr

Spezial: Silber - auch aktuell noch unterschätzt. Analyse zeigt: so gut wie Gold

Silber nahezu identisch zu Gold

Der Goldpreis steigt auf immer neue Höhen. Fast unbemerkt allerdings klettert Silber hinterher. Das Edelmetall ist lange Zeit unterschätzt worden - und zur Zeit immer noch ein Investment, wie Sie hier lesen können.


 

Silber und Gold gleichlaufend

 

Hintergrund der Kurssteigerungen sind die weiter vorherrschenden Ängste vor den ungedeckten Papierwährungen. Denen traut inzwischen noch nicht einmal mehr die institutionelle Welt - Hedgefonds investieren jetzt stark in Gold. Aber auch mit Silber können Sie jetzt richtig Geld verdienen.

Silber hat seit Jahresanfang eine Performance von 12,94% Plus hingelegt. Dies sind gerade einmal 0,06% weniger als Gold. Dabei galt Silber lange als langweilig und rückständig gegenüber dem gelben Edelmetall.

 

Silber: in der Krise sogar besser handelbar

 

Wer es ganz genau wissen möchte: in einer Krise wird Silber sogar besser als Gold sein. Als Tauschmittel ist es in kleineren Mengen verfügbar als Gold. Unabhängig davon aber ist Silber jetzt nicht nur Wertaufbewahrung, sondern mit hoher Sicherheit auch Renditehebel.

GeVestor.de meint: Am besten eignet sich zur Zeit ein Gold hinterlegter Fonds. Bei physischen Investitionen zahlen Sie ein aktuell hohes Aufgeld gegenüber dem Silberwert und einen hohen "Spread" (Unterschied zwischen An- und Verkaufskursen). Einen ETF börsengehandelten Fonds finden Sie etwa an der Z Züricher Börse.

Kommende Krisen sind das Spezialgebiet von Günther Hannich. Lesen Sie hier kostenfrei auf seinem Portal, wie der prominente Buchautor und gefragte Fernsehgast die Situation an den Finanzmärkten sieht. 

 

 
 
 
17.08.2010 14:32 Uhr

Deflation: Sie schadet der Masse (Teil 2)

Günter Hannich kennt sich aus mit Inflation und Deflation am Markt

Stellen Sie sich vor, dass alles immer billiger wird – je länger Sie also warten, umso mehr können Sie kaufen. Wenn Sie zur Miete wohnen, dann haben Sie die Möglichkeit, Ihren Vermieter dazu zu bringen, die Miete zu senken. Oder...


Stellen Sie sich vor, dass alles immer billiger wird – je länger Sie also warten, umso mehr können Sie kaufen. Wenn Sie zur Miete wohnen, dann haben Sie die Möglichkeit, Ihren Vermieter dazu zu bringen, die Miete zu senken. Oder Sie ziehen in eine bessere Wohnungen für weniger Geld.  Bereits heute ist von Wohnungsnot keine Rede mehr, Sie haben eine gute Auswahl. Im Osten Deutschlands stehen bereits 1,4 Mio. Wohnungen leer.

Wenn Sie sich in solch einer Zeit ein Haus kaufen wollen, dann steht für Sie nicht nur eine reichhaltige Auswahl an Objekten zur Verfügung, sondern Sie können sogar den Preis kräftig drücken.

Der Verkäufer ist zufrieden, wenn er die Immobilie überhaupt verkaufen kann. Möchten Sie nicht selbst Arbeiten in der Wohnung oder am Haus verrichten, können Sie für wenig Geld Leute finden, die dies für Sie tun.

Und auch das wird anders: Geldanlage im heutigen Sinne lohnt sich nicht mehr, denn erstens bekommen Sie kaum noch Zinsen, und zweitens steigt das Risiko eines Verlustes.

Daher lassen Sie Ihr Geld lieber auf einem Geldmarkt- oder Termingeldkonto oder gar als Bargeld im Tresor und damit täglich verfügbar liegen. Sie brauchen ja auch keine unsicheren Investitionen eingehen: Die Rendite kommt gewissermaßen von selbst, da Sie immer mehr mit Ihrem Geld kaufen können.

Das alles hört sich paradiesisch an. Was die meisten Leute jedoch übersehen, ist Folgendes: Den Nutzen in einer Deflation haben Sie nur, wenn Sie über mehr Geld verfügen als Sie unmittelbar zum Leben brauchen. Denn Ihr Lohn oder Gehalt wird ebenfalls eher gesenkt als angehoben.

Hinzu kommen ganz im Gegensatz zum Trend am freien Markt eher wachsende Belastungen bei unvermeidlichen Ausgabeposten, wie Steuern, Gebühren, Sozialbeiträge oder staatliche Versicherungen.

Das heißt, Sie haben eigentlich nur einen Vorteil, wenn Sie nicht auf Arbeit angewiesen sind. Gehören Sie jedoch zur Mehrheit derjenigen, welche auf einen Arbeitsplatz oder ein Gewerbe angewiesen ist, dann schaut alles ganz anders aus!

Die sinkenden Preise nutzen Ihnen dann effektiv nichts, da Ihr Lohn ebenso sinkt oder Sie sogar arbeitslos werden. Vom Staat können Sie keine große Arbeitslosenunterstützung oder Sozialhilfe zu erwarten. Denn längst hat auch er dafür nicht mehr ausreichend Geld zur Verfügung und sieht sich immer mehr Anspruchsberechtigten gegenüber.

Diese Entwicklung zeichnet sich ja bereits jetzt ab. Sie sind dann gezwungen, jede Art von Arbeit zu jedem auch noch so niedrigen Lohn anzunehmen. Weil viele Menschen Arbeit suchen, sinken die Löhne immer weiter. Sind Sie zu dieser Zeit Mieter, dann können Sie vielleicht mangels Einkommen selbst Ihre reduzierte Miete nicht mehr bezahlen und müssen in schlechtere Wohnverhältnisse wechseln.

Und haben Sie dann vielleicht ein Eigenheim durch Kredite finanziert, dann sieht es noch schlimmer aus: Da Ihr Einkommen sinkt, müssen Sie mehr arbeiten, um die Schulden zu bedienen. Gleichzeitig müssen Sie mit ansehen, dass Ihr Haus immer mehr an Wert verliert, da das Angebot wächst und zahlreiche Zwangsversteigerungen die Preise drücken.

Nun liegt es an Ihnen, ob Sie Deflation als Paradies oder Hölle betrachten. Doch warum ist eine Deflation für die Masse viel schlimmer als eine Inflation? Dazu mehr in der nächsten Folge zum Thema Deflation.

 
 
 
05.08.2010 13:53 Uhr

Die verfrühte Einführung der D-Mark in der DDR

Hannich über die Währungsreform in Ostdeutschland.

War die Einführung der D-Mark in der damaligen DDR verfrüht? Hätte man mit der Umstellung noch warten sollen?


Die Einführung der DM auf dem Gebiet der DDR sorgte für massive wirtschaftliche Verschiebungen.

So erfolgten nach einer Aufwertung um fast 400 Prozent sofort Betriebsschließungen, was zu Massenarbeitslosigkeit führte. Nur durch massive Transferleistungen konnte ein Abrutschen auf das unterste soziale Niveau verhindert werden.

Viel Geld floss von West nach Ost

Ein Drittel des Konsums muß durch Gelder aus dem Westen finanziert werden. Studien gehen davon aus, daß die neuen Bundesländer noch bis zu 30 Jahre auf die kräftige Unterstützung angewiesen sind. Trotz dieser massiven Hilfszahlungen konnte jedoch eine Abwanderung aus den neuen Bundesländern nicht verhindert werden.

So ist der Bevölkerungsstand von Städten wie Dresden oder Leipzig, durch Abwanderung der Bevölkerung nach Westdeutschland, unter das Niveau von 1908 abgerutscht.

Durch Beibehaltung der Ost-Mark, wäre das Kapital, welches heute nach Tschechien oder nach Ungarn fließt, in die politisch und gesellschaftlich viel stabileren neuen Bundesländer geflossen. Bei gleichzeitiger Unterstützung des Westens, wäre hier Massenarbeitslosigkeit und Niedergang vermieden worden und die Grundlage für dauerhaften Wohlstand geschaffen worden.

Wachstum in Ostdeutschland halb so groß wie im Westen

Heute sind die Wachstumsraten bereits hinter den westdeutschen zurückgeblieben. Das Bruttosozialprodukt pro Einwohner ist gerade halb so groß und die Lohnstückkosten sind ein Viertel höher wie in Westdeutschland.

Damit werden die neuen Bundesländer wohl auf absehbare Zeit hinaus zum Armenhaus Deutschlands gehören. Wahrscheinlich wird das "geeinte Deutschland" unter dem Währungsdruck langfristig zerbrechen.

Die anderen Staaten des Ostblock konnten demgegenüber, durch ihre eigenständigen Währungen, den Großteil ihrer Industriearbeitsplätze retten, obwohl die DDR wesentlich konkurrenzfähiger gewesen wäre. Beispielsweise konnte Tschechien 68%, Ungarn 77%, Polen 85% der Industriearbeitsplätze beibehalten, während dies in der ehemaligen DDR nur 19% waren.

Währungsumstellung heute noch spürbar

An diesen Zahlen erkennen Sie die massiven Folgen der vorschnellen Währungsumstellung in der ehemaligen DDR. Und vor allem sind die Effekte auch 20 Jahre später noch spürbar.

 
 
 
14.07.2010 12:58 Uhr

Währungsfehler Nr. 7: Feste Wechselkurse

Liebe Leser, das Problem jeder Währungsgemeinschaft ist, dass sich in ihr die Länder wirtschaftlich ungleich entwickeln. Durch festgelegte Wechselkurse, können sich die Währungen nicht mehr über den Wechselkurs an diese...


Liebe Leser,
das Problem jeder Währungsgemeinschaft ist, dass sich in ihr die Länder wirtschaftlich ungleich entwickeln. Durch festgelegte Wechselkurse, können sich die Währungen nicht mehr über den Wechselkurs an diese Ungleichheiten anpassen – es kommt zu immer mehr Spannungen. Diese Spannungen führen dann nach einiger Zeit zur Sprengung der Gemeinschaft und einer Krise. Dies war das Problem der Goldwährung, des Bretton Woods System, wie auch das des nächsten Fehlers: Dem Europäischen Währungssystem.

Diese Währungsfehler hatte ich Ihnen an dieser Stelle schon ausführlich vorgestellt. Aber nun komme ich auf einen ganz entscheidenden Punkt im Währungssystem: den festen Wechselkursen. Es ist ganz wichtig, das auch Sie sich darüber im Klaren sind, warum feste Wechselkurse immer zu einer Krise führen müssen.
Was oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass die Länder weltweit und innerhalb Europas völlig unterschiedliche Gegebenheiten wie die Strukturierung der Wirtschaft (mehr landwirtschaftlich oder mehr industriell), Klima (kalt, gemäßigt oder heiß) und auch die Einstellung zur Arbeit (mehr oder weniger z.B. zu Streiks neigend) aufweisen. Ein eigener Währungsraum hat nun die Aufgabe jedes dieser unterschiedlichen Gebiete wirtschaftlich zu stabilisieren.
Der Ausgleichsfaktor oder Währungspuffer ist der freie Wechselkurs. Der Wechselkurs macht eine Aussage darüber, wie viel Geldeinheiten des einen Staates aufgebracht werden müssen, um eine Geldeinheit eines anderen Währungsraumes zu erhalten. Es wird also damit ausgedrückt, wie viele Euro beispielsweise jemand für einen Dollar bezahlen muss, wenn er Euro in US-Dollar tauschen möchte. Man unterscheidet hier zwischen einem flexiblen und festen Wechselkurs. Wird der Währungspuffer oder sogar das eigenständige Zahlungsmittel eines Staates beseitigt, so hat dies, fatale Auswirkungen auf die künftige Entwicklung des Landes. Grundsätzlich lassen sich hier drei Währungsmodelle zwischen den Staaten aufzählen:
Flexible Wechselkurse
Feste Wechselkurse
Einheitswährung (Euro, Goldwährung)
Die Einheitswährung ist dabei die noch schärfere Form eines Systems, welches auf festen Wechselkursen basiert. Wobei das Funktionieren einer Einheitswährung wie dem Euro erst einmal das Funktionieren von festen Wechselkursen bedingt, wie wir noch sehen werden.
In der nächsten Folge klären wir die Funktion von Wechselkursen auf die Wirtschaft unterschiedlich strukturierter Staaten.
Herzlichst Ihr
Günter Hannich

 
 
 
02.07.2010 15:27 Uhr

Staatschulden: Europa Krise von Wiedervereinigung bis heute

Von Soros, ungarischer Finanzspekulant, über die deutsche Wiedervereinigung bis hin zu den heutigen Staatsschulden: Europa damals und heute


Die deutsche Einheit hatte auf das politische aber auch auf das wirtschaftliche Gefüge in Europa einen sehr großen Einfluss.

In Deutschland stiegen durch die deutsche Einheit wie in vielen anderen europäischen Ländern auch die Verschuldung und die Inflationsrate an. Die Deutsche Bundesbank erhöhte deshalb die Zinsen und um eine Abwertung zu vermeiden mussten die übrigen europäischen Staaten diesem Schritt folgen.

Durch die Abwertung des Dollars rutschte ganz Europa in eine schwere Rezession.

Rezession stürzt Europa in Krise

Da die Unsicherheit, nicht zuletzt wegen der Abstimmungen zu den Maastrichter Plänen zur Währungsunion in Dänemark und Frankreich, immer weiter zunahmen kam es zunehmend zu Währungsumschichtungen. Deshalb gerieten das britische Pfund und die italienische Lira unter Abwertungsdruck.

Der Druck auf alle schwachen Länder wuchs in Folge und es kam zu massiven Verlusten von Währungsreserven.

Das Pfund und die Lira schieden deshalb nach gescheiterten Stabilisierungsprogrammen am 17. September 1992 aus dem EWS aus. Spanien und Portugal mussten ihre Währungen um 6% abwerten, das irische Pfund um 10%.

Schwankungsbereite wurden erhöht

Im Jahr 1993 wurde dann eine höhere Schwankungsbreite von 15% statt den bisher geltenden 2,25% vereinbart.

Ursachen der Krise war, dass Länder mit Handelsbilanzdefiziten nicht entsprechend durch eine Währungsabwertung reagieren konnten. Dies ermöglichte es Spekulanten, sich gegen die Währungen zu positionieren.

Deutliche Parallelen zeigen sich dabei zum zerfallenen Bretton Woods System, das ebenfalls aus einer Leitwährung (dem Dollar) und festen Wechselkursen bestand.

Wer auch eine Rolle beim Scheitern des EWS spielte war der ungarisch stämmige Finanzspekulant George Soros, der damals mit Milliardengeldern gegen das britische Pfund und die italienische Lira spekulierte und damit die Wechselkurse unter Druck brachte.

Heute: Staatsschulden außer Kontrolle

Die Finanzkrise wurde nicht gelöst, sondern die Staaten haben lediglich den Banken, weil sie vor dem Kollaps standen, Geld überwiesen, damit sie überleben. Damit haben sich aber die Staaten noch höher verschuldet, und diese Verschuldung sei nun außer Kontrolle geraten, urteilt Martin Hennecke, Analyst bei der Hongkonger Finanzberatungsfirma „Tyche“.

Als der Euro gegründet wurde, sprach man von 3% Neuverschuldung, jetzt liegen wir weit darüber. Und auch in den USA sieht es nicht besser aus, hier gehen wir in Richtung 11% Neuverschuldung – In England sieht es ähnlich aus, urteilt Hennecke. Und trotz aller Sparprogramme wird es auch bei diesen hohen Neuverschuldungen bleiben.

Italien hat größte absolute Verschuldung

„Über Griechenland braucht man gar nicht mehr zu reden“, so Hennecke . Und es sei auch nicht nur Spanien, das jetzt im Focus stehe. Auch Italien ist ein Wackelkandidat. Italien hat zum Beispiel die größte absolute Verschuldung im Euroraum Aber Frankreich gilt ebenso also unsicher. Die Neuverschuldung in Frankreich liegt praktisch bei 8% - und von dort gab es gerade vor kurzem auch Warnungen, dass das Land noch größere Probleme habe. Außer Deutschland sind die meisten Staaten im Euro-Raum ganz nah am Staatsbankrott, konstatiert Hennecke.

Ein Witz dabei ist, dass Frankreich 50jährige Staatsanleihen emittiert. Selbst Moody’s hat schon 2005 gesagt, dass die Staatsverschuldung der westlichen Welt außer Kontrolle sei. Damals meinte Moody’s, dass Frankreich in 16 Jahren bankrott sei. Generell gilt also: Finger weg von Staatsanleihen.

Nachfrage nach Gold in Deutschland gestiegen

Die einzige Rettung, um die Katastrophe zu überleben wären Rohstoffe und Edelmetalle, rät Hennecke. Die Nachfrage nach Gold besonders aus Deutschland sei stark gestiegen, weil die Deutschen um den Euro fürchten.

Zum weiteren Verlauf meint Hennecke, dass es durchaus zu einem deflatorischen Crash kommen könnte. Danach aber sei die Hyperinflation unausweichlich. Hauptproblem sei bei fast allen Staaten, dass sie bei einem Zinsanstieg ihre Schulden nicht mehr bedienen können.

China steht laut Hennecke derzeit noch am besten da, weil die Staatsverschuldung des Landes sehr gering sei und sich auch die Neuverschuldung in Grenzen halte. Die Chinesen könnten in Zukunft die wirtschaftliche Führungsrolle auf der Welt zu übernehmen. Derzeit nutzen sie die Krise in Europa, um sich günstig einzukaufen – zum Beispiel Hafenanlagen in Griechenaland.

 
 
 
16.06.2010 12:18 Uhr

Währungsfehler Nr. 5: Bretton Woods und das britische Pfund

Währungsfehler: Eine Serie über Währungen. In dieser Folge: Bretton Woods und das britische Pfund.


Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die USA bereits zwei Drittel der Weltgoldvorräte und konnte als einzige Handelsnation durch die heile Wirtschaft im großen Stil exportieren, weshalb sich ein Exportüberschuss entwickelte.

Entsprechend entwickelte sich bei den anderen Staaten ein Handelsbilanzdefizit. Daraus entstand bei ihnen ein Mangel an US-Dollars.

Durch den Marshall Plan wurde das Defizit teilweise ausgeglichen. 1950 wurde als Ergänzung dazu in Europa die Europäische Zahlungsunion EZU gegründet, die den Zahlungsverkehr beschleunigen sollte.

Dadurch gab es 1955 weltweit zwei Konvertibilitätsgebiete: Europa mit der EZU und dem britischen Pfund und das auf dem US-Dollar basierende.

Dabei blieb der US-Dollar die Leitwährung, weil sich das britische Pfund dagegen nicht durchsetzen konnte und durch Leistungsbilanzdefizite ständig unter Druck war. So kam es zu einer Abwertung des Pfundes gegenüber dem Dollar, was das europäische Leistungsbilanzdefizit verkleinerte.

Währungsfehler - Bretton Woods System

Erst danach und nach dem Aufbau von Devisenreserven durch die Notenbanken wurde 1958 das Bretton Woods System mit der vollen Konvertibilität der Währungen eingeführt.

Wie negativ sich Bretton Woods auf eine nicht bereite Wirtschaft auswirkte, zeigt das Beispiel England.

Obwohl die englische Wirtschaft nach dem Weltkrieg sehr schwach war, setzte England bereits 1947 die volle Konvertibilität des Pfundes um, da dies Teil einer Vereinbarung mit den USA gewesen war, unter der England einen Kredit über 3,75 Milliarden Dollar erhielt.

Durch die festen Wechselkurse und der vollen Konvertibilität kam es schnell zu einer Kapitalflucht in den attraktiveren Dollar - das Leistungsbilanzdefizit vergrößerte sich immer damit weiter.

Spekulationen gegen die englische Währung

Es kam zu immer weiteren Spekulationen gegen die englische Währung. Um den Wechselkurs zu halten, musste die englische Notenbank intervenieren und britisches Pfund gegen Dollar aufkaufen.

Dabei gingen zwei Drittel der britischen Währungsreserven verloren. Nach nur 6 Wochen Konvertibilität wurde diese wieder ausgesetzt und Kapitalmarktkontrollen eingeführt.

Dies war der Grund, warum die Forderungen von Bretton Woods nach voller Konvertibilität bei festen Wechselkursen erst viel später als geplant umgesetzt wurden.

Warum die großen Währungen im Bretton Woods System immer stärker unter Druck kamen, lesen Sie in der nächsten Folge dieser Serie.

 
 
 
06.05.2010 11:48 Uhr

Euro-Zerfall wird kommen

Günter Hannich schreibt für gevestor.de

Der Euro-Zefall wird mit Sicherheit kommen. Auch der ECU hat sich in der Vergangenheit nicht halten können.


Beim Euro geht es nun Schlag auf Schlag.

Wurde zuerst behauptet, einige Milliarden Euro als Bürgschaft würden reichen um das Land vor dem Untergang zu retten, ist nun schon die Rede von 135 Milliarden Euro bis 2012.

Euro vor Zerreißprobe

Dabei geht es hier nur um eines der kleineren Länder in der EU – Griechenland macht gerade 3 Prozent der Wirtschaftsleistung in der EU aus. Schon hier steht der Euro vor einer Zerreißprobe.

Was wird dann erst werden, wenn die größeren ehemaligen Schwachwährungsländer wie Spanien oder Italien in die Klemme kommen?

Deutlich wird an dem Desaster, dass der Euro früher oder später zerbrechen wird. Die Summen für Rettungspakete werden so groß werden, dass sie niemand mehr wird zahlen können.

Euro Vorläufer "ECU" ebenfalls gescheitert

Schon der Euro Vorgänger, der ECU musste faktisch aufgegeben werden, als Spekulanten ihn Anfang der 90er Jahre sprengten. Beim Euro wird es ebenso wenig möglich sein das an sich instabile System dauerhaft zu halten wie es beim ECU möglich war.

Schon damals hätte man das Projekt einer gemeinsamen Währung in Europa sofort zu den Akten legen müssen, da schon damals klar war, dass es nicht möglich sein wird völlig ungleiche Länder unter einen Währungshut zu zwingen.

Euro-Zefall steht vor der Tür

Nun haben wir das Desaster. Hier wäre das Schlimmste verhindert worden, wenn die Menschen in Europa hätten aktiv darüber abstimmen können. Aber der Euro wurde ohne Volksbefragung in undemokratischer Manier uns einfach aufgezwungen.

Der Euro wird unter den gegenwärtigen Spannungen jedenfalls langfristig nicht mehr zu halten sein.

 
 
 
17.03.2010 09:52 Uhr

Die Argentinienkrise – mahnendes Beispiel für uns

Lieber Anleger,wie ich Ihnen vor einer Woche mitteilte, befinde ich mich zurzeit auf einer Recherchereise durch Südamerika. Die ersten Reiseziele sind dabei Uruguay und Argentinien.Im Jahr 2001 kam es zur Argentinienkrise, als...


Lieber Anleger,
wie ich Ihnen vor einer Woche mitteilte, befinde ich mich zurzeit auf einer Recherchereise durch Südamerika. Die ersten Reiseziele sind dabei Uruguay und Argentinien.
Im Jahr 2001 kam es zur Argentinienkrise, als die Bindung des argentinischen Peso an den US-Dollar von 1:1 nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Ursache davon war eine falsche Währungspolitik, da jede Anbindung einer schwachen Währung an eine Starke letztlich zur Krise führt.
2002 kam es dann zum Desaster: Die Sparkonten der Menschen wurden eingefroren und die Bankschalter geschlossen. Es kam augenblicklich zu Unruhen im Land und die Immobilienpreise verfielen sofort um bis zu 90 Prozent.
Schnell breitete sich die Krise auch auf das Nachbarland Uruguay aus, das ebenfalls mit einer Bankenkrise kämpfen musste.
Die Sparguthaben der Bevölkerung sind zum Teil bis heute eingefroren. Argentinien gilt heute als das Land mit den höchsten Kreditausfallrisiken. Von Investoren wird jederzeit mit einem neuen Aufflammen der Krise gerechnet.
Lehren für uns heute
Leider ist solch eine Krise nicht ein einmaliges Ereignis in einem „Bananenstaat“, sondern es gibt eine Menge bedenklicher Prallelen zu unserem heutigen Zustand in Europa.
Einmal haben wir mit dem Euro ebenfalls ein der Wechselkursanbindung ähnliches Modell bei dem Schwachwährungsländer zwangsweise mit Ländern starker Währungen unter einen Hut gezwungen werden. Die Resultate sehen wir heute bei den Problemen des Euros mit Griechenland.
Letztlich wird auch dieses Modell scheitern, so wie auch die Währungsanbindung in Argentinien gescheitert ist.
Dazu kommt die Lehre, dass Staaten welche in der Klemme sind sehr schnell die Kosten des selbst verursachten Desasters auf die Bevölkerung abwälzen versuchen. In Argentinien wurde bspw. zu diesem Zweck vor einiger Zeit die Rentenkasse vom Staat beschlagnahmt. Die Auszahlung der Staatsanleihen wurde entweder langfristig bis zu 30 Jahren verzögert, oder nur unter hohen Verlusten von bis zu 90 Prozent veranlasst.
Ebenso sind die Spargelder der Menschen bis zum heutigen Tag – abhängig von der Vermögenshöhe – eingefroren. Spricht man mit den Leuten hier vor Ort,  dann wird deutlich, dass damals niemand solch eine Krise je für möglich gehalten hatte. Alle vertrauten blind den Versprechungen der Politiker. Auch wird deutlich, dass vor allem die Banken von der Krise betroffen waren, welche vorher die höchsten Zinsen boten und die größte Werbung machten.
Ich halte eine ähnliche Krise wie in Argentinien auch für Europa für denkbar. Allein der Euro wird letztlich zu solchen massiven Problemen führen, dass sie nicht mehr beherrscht werden können.
Und reine Sachvermögen wie Immobilien sind alles andere als ein zuverlässiger Schutz gegen eine solche Krise, wie die Argentinienkrise deutlich zeigte.
Eine flexible Absicherung Ihres Vermögens ist deshalb unverzichtbar.
Mehr zu diesem Thema mit konkreten Empfehlungen lesen Sie von mir regelmäßig in meinen Geldanlage Dienst "Günter Hannichs Crash Investor"
Herzlichst Ihr
Günter Hannich

 
 
 
12.03.2010 08:50 Uhr

Hyperinflation 1923: Wie Deutschland das Unmögliche schafften

Hyperinflation 1923

Die Hyperinflation 1923 war eine der dramatischsten Verwerfungen in der Wirtschaft Deutschlands.


Dramatische Verwerfungen in der Wirtschaft hat es auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben.

Und, so viel sei vermutet, wird es wohl auch in Zukunft immer wieder geben können.

Eine der schlimmsten Erfahrungen der bisherigen Wirtschaftsgeschichte ist dabei wohl die Hyperinflation von 1923, wie sie Deutschland hat durchleben müssen.

Die Hyperinflation 1923: Deutschland am Abgrund

Durch die stark steigende Inflation im Jahresverlauf ließ die Reichsbank dann im November 1923 einen Geldschein mit dem Höchstwert von 100 Billionen Mark drucken. Allein schon das Drucken der gewaltigen Geldmengen bedeutete eine große Herausforderung.

Im Herbst 1923 waren bis zu 133 Fremdfirmen mit 1.783 Druckmaschinen für die Reichsdruckerei Tag und Nacht beschäftigt. Allein das für diese Druckereien benötigte Papier wurde in 30 Papierfabriken produziert.

Insgesamt waren zu der Zeit in Deutschland etwa 30.000 Menschen mit der Herstellung der insgesamt etwa zehn Milliarden staatlich ausgegebenen Inflationsscheine beschäftigt.

Doch trotz des immensen Aufwands reichten diese Kapazitäten nicht aus. Mehr als 5.800 Städte, Gemeinden und auch Firmen gaben eigene Notgeldscheine heraus. Am Ende waren über 700 Trillionen Mark als Notgeld und rund 524 Trillionen Mark von der Reichsbank ausgegeben worden.

Da dem Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen  die Löhne und Gehälter nicht folgen konnten, verschlechterte sich die Lage der Bevölkerung ständig. Die Unzufriedenheit mit der Lage macht sich vermehrt Luft.

Der Reallohn sank auf ca. 40 Prozent seines Vorkriegsniveaus. In der Folge verarmten weite Teile der deutschen Bevölkerung, was besonders mit dem Blick der Nachgeborenen als massive Belastung für die demokratische Entwicklung des Staates zu rechnen ist.

Wege aus der Inflation: Es war nicht einfach

Im November 1923 wurde schließlich die Rentenbank gegründet, die in streng limitierter Menge die Rentenmark herausgab. Da Deutschland aber keine Goldreserven zur Deckung hatte, wurde dazu der landwirtschaftliche Grundbesitz herangezogen.

Insgesamt wurden Grundbesitzer, Handel, Banken und die Industrie mit einer Hypothek von 3,2 Mrd. Rentenmark belastet. Dafür gab die Rentenbank alles in allem 2,4 Mrd. Banknoten heraus.

Durch eine gleichzeitige Steuerreform, die die bis dato in die Wege geleiteten Maßnahmen flankierte, und die Steuerzahlungen indexierte, sowie die Deckung der neuen Währung durch die Industrie, wurde diese in der Bevölkerung schließlich doch noch akzeptiert.

Nach Festlegung des Dollar-Kurses von 4,2 Billionen Papiermark für einen Dollar im November 1923 konnte auch das Vertrauen in die inflationäre Papiermark wieder hergestellt.

So konnte die Hyperinflation 1923 schließlich doch noch erfolgreich eingedämmt werden. Eine herausragende Leistung.

Was diese dramatischen Ereignisse jedoch mit der heutigen Zeit zu tun haben, und in welcher Weise sie als Richtschnur für aktuelle Probleme gelten können, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe.

 
 
 

Sie sehen Artikel 1 bis 15 von 16

1

2

nächste >

» Hinweis zum Datenschutz