15.09.2010

Der Euro – eine Frage von Krieg und Frieden (Teil 2)

 

Die vergangenen Monate haben es gezeigt: der Euro ist weit mehr als nur eine Währung. In der Krise hat sich gezeigt, dass die Belastungen die Gemeinschaftswährung fast zum Scheitern gebracht hätten. Dabei ist schon unter normalen Wirtschaftsverhältnissen mit einer erheblichen Belastung der öffentlichen Haushalte durch die enormen Schulden zu rechnen.

In solch einem Klima kommt es jedenfalls schnell zu Konflikten zwischen den Nationen, und die endeten in der Vergangenheit oftmals im Krieg. Ein Krieg wurde übrigens in amerikanischen Fachkreisen in Bezug auf den Euro schon vor einiger Zeit für möglich gehalten. So erklärte der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Martin Feldstein von der Harvard-Universität 1997, dass die Einführung des Euros einen Krieg zwischen Deutschland und Frankreich provozieren könne. Auch bestehe das Risiko eines bewaffneten Konfliktes zwischen den USA und Europa. Damit würde das Euro-Projekt in einem Blutbad enden, und die Aussage des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, dass der Euro eine Frage von Krieg und Frieden sei, könnte sich auf dramatische Weise erfüllen.

Doch kommen zu den Gefahren des Euro-Projektes noch die wachsenden Schulden durch unser Zinssystem, welche jedes Land dazu zwingen, seine Exporte auszuweiten. Dadurch entsteht international ein ruinöser Wettbewerb, in dem jede Nation versucht, der anderen Marktanteile streitig zu machen, um bessere Möglichkeiten zu haben, die eigenen Zinslasten zu tragen. Wenn jedoch ein Staat seinen Marktanteil an bestimmten Produkten ausweitet, so kann dies – wenn der Markt an sich nicht größer wird – nur zu Lasten anderer Volkswirtschaften geschehen, welche dann zunehmend in die Klemme geraten. Steht ein Staat erst einmal richtig mit dem Rücken zur Wand und meint nichts mehr verlieren zu können, dann ist oft der Weg frei für einen militärischen Einsatz.

Welche Auswirkungen die starke Exportabhängigkeit Deutschlands dabei haben könnte, erläutere ich Ihnen im dritten Teil der Serie.