23.09.2010

Der Euro – eine Frage von Krieg und Frieden (Teil 3)

 

Eine Gefahr für den Euro könnte sich aus der starken Exportrolle Deutschlands ergeben. Zwangsläufig tendiert unser System dabei immer mehr in Richtung Krieg: Durch die gesteigerte Produktivität wird der Markt schnell gesättigt, was auf die Unternehmerrendite drückt. Unterschreitet diese eine gewisse Grenze, fließt das Kapital zunächst in den spekulativen Sektor, was später wiederum zu einem Börsenkrach führen muss. Durch die daraus folgende Unsicherheit zieht sich das Kapital dann ganz aus dem Markt zurück, und es kommt zu einer deflationären Abwärtsspirale aus Unternehmenszusammenbrüchen, Massenarbeitslosigkeit, sinkender Kaufkraft, Bankenpleiten, Unruhen und Gewalt.

Ein Krieg zerstört dabei einen Großteil des Realkapitals, die Rendite steigt wieder, und das System beginnt von neuem. Die Wirtschaftskrise, die im Jahr 2008 begonnen hat, ist dabei nur der Auftakt zu einer noch viel größeren Weltwirtschaftskrise. Der Euro verschärft hier die Situation insofern, als er den Staaten innerhalb Europas die Möglichkeit nimmt, durch Abwertung ihrer Landeswährung die Exportquote auf dem Weltmarkt zu stabilisieren und damit stärkere Ungleichgewichte abzubauen.

Auch sonst ist dem einzelnen Land jede Gelegenheit verwehrt, auf die Wirtschaftskrise mit individueller Geldpolitik zu reagieren. Schnell kommen in einer solchen Situation wieder die alten Feindbilder zutage, besonders wenn der Bevölkerung noch hohe Opfer durch Vermögensverlust und Transferlasten abverlangt werden.

Man muss den Euro auch immer im Zusammenhang mit unserem Finanzsystem sehen, das sich, wie beschrieben, bereits in der Endphase befindet. Aus dieser Entwicklung lassen sich einige konkrete Bedrohungen erkennen, die durch den Euro wirksam werden könnten. Hier ist es interessant, sich die Entwicklung des Euro-Wechselkurses näher anzusehen. Genau das werde ich detailliert in den kommenden Wochen machen.