18.05.2010

Die besten Krisenpropheten (Teil 2)

 

Liebe Leser,

schon gestern hatte ich Ihnen mit Steve Ken den besten Krisenpropheten vorgestellt. Das sagen zumindest die Leser des Fachmagazins Real World Economic Review. Auf dem zweiten Platz in dieser Rangliste taucht dann ein deutlich bekannterer Name auf: Nouriel Roubini.

Er ist nicht nur Professor an der New York University, sondern vor allem der Kopf des Beratungsunternehmens Roubini Global Economics. Mit seinen Prognosen lag er in den vergangenen Jahren sehr oft richtig. So warnte er schon 2005 davor, dass die Preise auf dem US-Immobilienmarkt innerhalb von drei Jahren um 30 Prozent fallen würden. Dann ab 2006 fielen die US-Immobilienpreise tatsächlich. Roubini prognostizierte dann, dass aus dem Platzen dieser Spekulationsblase eine Rezession entstehen werde.

In den vergangenen beiden Jahren wird Roubini in vielen Medien rund um den Globus immer wieder zitiert und er hat seinen Spürsinn auf jeden Fall auch wirtschaftlich gut vermarktet. Erst vor einer Woche ist auch sein aktuelle Buch „Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft“ (Campus Verlag) erschienen. Darin spannt Roubini zusammen mit seinem Co-Autor Stephen Mihm einen weiten Bogen von der Geschichte der Finanzkrisen über die Erforschung von Wirtschaftskrisen bis hin zur Überwindung der aktuellen Krise.

Ich werde Ihnen dieses wirklich lesenswerte Buch in einer weiteren Ausgabe noch einmal genauer vorstellen, aber nur so viel schon vorweg: Roubini erklärt in einer klaren Sprache und ohne viele Fachbegriffe sehr exakt die Wirkungsweise von Finanzkrisen. Das ist spannend zu lesen und bringt sowohl dem Anfänger als auch dem Profi viel neues Wissen und Spaß beim Lesen.

Ebenfalls noch unter den TOP3 der Krisenpropheten befindet sich Dean Baker. Er ist Gründer und auch Leiter des US-Forschungsinstituts Center für Economic and Policy Research. Er prognostizierte schon 2002 – also deutlich vor Roubini –, dass der damals aktuelle Hauspreisboom zwar kurzfristig positiv sei, aber dass die langfristigen Effekte extrem schädlichen sein könnten. „Dieser Prozess wird noch schmerzvoller werden, wenn wir zulassen, dass sich die Immobilienblase noch weiter aufbläht“, sagte Baker.

Nun, mittlerweile wissen wir, dass die Folgen tatsächlich extrem waren und auch noch immer sind. Nach den Immobilien standen die Banken am Abgrund und nun stehen ganze Staaten vor der Insolvenz. Vor allem kann man heute nicht mehr sagen: Es hat keine Warnungen gegeben.

Herzlichst Ihr
Günter Hannich