01.10.2010

Goldwährung ist kein Ausweg (Teil 2)

 

Liebe Leser,
in dieser Woche kletterte der Goldpreis auf ein neues Rekordhoch von mehr als 1.300 Dollar. In solchen Zeiten sind selbst die Massenmedien voll von Geschichten über das Edelmetall. Von einem Investment von wenigen Kennern hat sich Gold mittlerweile zu einem Masseninvestment entwickelt. Zur Absicherung in der Krise ist es auch sinnvoll etwas physisches Gold zu besitzen.

Aber in solchen Phasen tauchen auch immer wieder Forderungen nach einer neuen goldgeckten Währung auf. Schon im Verlauf dieser Woche hatte ich Ihnen die Folgen der Einführung von Goldgeld geschildert. Heute nun setze ich die Serie zum Thema Goldgeld fort.

Goldgeld verhindert den Währungspuffer zwischen den Staaten

Wenn alle Länder „am Gold hängen“, dann ist keine angepasste Währungspolitik mehr möglich, weil die Wechselkurspuffer fehlen. Die schwächeren Länder bluten dabei regelrecht aus. Flexible Wechselkurse kompensieren die unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Ländern. Fehlen diese Wechselkurspuffer, etwa weil verschiedene Länder eine einheitliche Währung haben, dann kommt es automatisch zu Spannungen. Die Resultate lassen sich anhand der Finanzkrisen der letzten Jahre studieren: Die Krisen in Asien, Russland oder Argentinien begannen wegen fehlender Wechselkurspuffer. Unterschiedliche Länder brauchen unterschiedliche angepasste Währungen. Gold bringt daher ein bisher vermeidbares Problem in die Währung. Und: Die wohl größte Aufgabe unserer Zeit, nämlich das Geld vom Zins zu erlösen, wird mit Gold unmöglich.

Goldgeld ist immer Zinsgeld

Durch Zinsgeld werden Schulden in etwa exponentiell solange vermehrt, bis sie nicht mehr bezahlt werden können. Am Ende müssen Schulden gemacht werden, nur um die Zinsen zahlen zu können. Wer erkannt hat, dass der Zins mit mathematischer Sicherheit in den Abgrund führt, muss auch einsehen, dass gerade Gold keine Lösung des Problems ist. Denn Gold lässt sich beliebig lange horten, und niemand wird es ohne eine „Belohnung“, also zinsfrei verleihen. Goldgeld ist das schlimmste Zinsgeld! Im Gegensatz dazu lässt Papiergeld sich so gestalten, dass es freiwillig auch zinsfrei weitergegeben werden kann und damit stabil ist. Auch für die Gesamtwirtschaft ist Goldgeld alles andere als vorteilhaft.

Weitere Aspekte des Themas erläutere ich Ihnen in den weiteren Folgen der Serie.

Herzlichst Ihr
Günter Hannich