04.10.2010

Goldwährung ist kein Ausweg (Teil 3)

 

Liebe Leser,

die Gefahren einer Goldwährung sind weitaus größer als die Vorteile. So verhindert Goldgeld  die Anpassung an die Wirtschaft. Bedenken Sie: In einer stabilen Wirtschaft muss die umlaufende Geldmenge parallel zur steigenden Wirtschaftsleistung zunehmen, da mehr erzeugte Waren auch mehr Tauschmittel benötigen.

Goldgeld lässt sich der Wirtschaftsleistung aber nicht flexibel anpassen. Voraussetzung wäre, dass die Goldförderung in etwa mit der Wirtschaftsleistung wächst. Die Freunde des Goldgeldes behaupten, dass dies der Fall wäre: Höhere allgemeine Wirtschaftsleistung würde sich auch in den Minen auswirken, sodass entsprechend mehr gefördert würde. Das nennen sie Goldautomatismus. Bei näherer Betrachtung erweist sich das als Illusion. Es gibt keinen handfesten Nachweis, dass dieser Automatismus tatsächlich funktioniert hat.

Verschiedentlich nachweisbar ist jedoch folgender Vorgang: Die Wirtschaft wuchs, nicht jedoch die umlaufende Geldmenge. Damit wurde das Geld in Relation zu den Waren knapper und damit wertvoller. Die Preise fielen, und es kam zur Deflation mit dem bekannten Teufelskreislauf aus zurückgehenden Unternehmensgewinnen, Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit, sinkender Kaufkraft, weiter abbrechenden Unternehmensgewinnen und so weiter. Am Ende führte eine Deflation zur Wirtschaftskrise, letztlich zum Krieg um Gold. Nicht umsonst waren die Spanier im 16. Jahrhundert beinahe dazu gezwungen, in Amerika die Indianer zu vernichten, um an deren Gold zu kommen. Anders wäre es nicht möglich gewesen, die spanische Wirtschaft mit frischem Gold-Geld zu versorgen und eine Deflation zu verhindern.

Edelmetall hat nichts mit richtig konstruiertem Geld zu tun. Man bindet keine Ökonomie an ein Metall, das mit derselben gar keine Verzahnung hat. Die nicht beliebig vermehrbare Goldmenge sollte und braucht keinen Einfluss auf die Wirtschaftsleistung zu haben. Zur Info: Würde man das gesamte überirdische Gold zu einem Würfel schmelzen, hätte dieser eine Kantenlänge von nur 20 m. Etwa noch einmal so viel Gold wird in der Erde vermutet.

Dieses Gold reicht nicht annähernd aus, um in der heutigen Zeit eine Goldwährung zu realisieren.

Herzlichst Ihr

Günter Hannich